Zement auf CO2-Diät: Celitement

publiziert: Montag, 9. Aug 2010 / 15:27 Uhr / aktualisiert: Montag, 9. Aug 2010 / 16:31 Uhr
Auch die Herstellung dieser Steine verursachte grosse Mengen CO2
Auch die Herstellung dieser Steine verursachte grosse Mengen CO2

Die Herstellung von Zement, einem der wichtigsten Baustoffe der Gegenwart, verursacht riesige Mengen an Kohlendioxid. Der Brennvorgang bei der Herstellung von Zementklinker ist aus physikalischen Gründen sehr Energieintensiv, Alternativen dazu gibt es nicht. Doch eine Entwicklung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) könnte dies bald ändern.

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Mehr Informationen zu dem Werkstoff
Website der celitement GmbH
celitement.de

Daran könnte ANKA schuld sein. Es handelt sich dabei nicht um eine Laborassistentin, sondern um die «ANgströmquelle KArlsruhe», eine Synchrotron-Licht-Quelle, mit der dank hochkonzentrierter Lichtwellen, vom fernen Infrarot-Bereich bis zu harten Röntgenstrahlen, Materialien auf deren Eigenschaften untersucht werden können. Diese Analysemethoden und Stoffstromuntersuchungen an Instituten des KIT gaben denn auch den Anstoss zu der Entwicklung eines neuen Baustoffes als Alternative zum Zement.

Dies ist auch dringend nötig: Weltweit werden jedes Jahr 3 Milliarden Tonnen Zement und verwandte Produkte hergestellt. Die Produktion dieser unglaublichen Menge des Baumaterials verursacht einen Ausstoss von bis zu zwei Milliarden Tonnen Kohlendioxid oder 5% des gesamten menschlichen CO2-Ausstosses. Doch die Anwenderfreundlichkeit, die Stabilität und der niedrige Preis machen Zement zum unentbehrlichen Universalwerkstoff, zu dem es fast keine Alternative gibt.

Die Forschungen am KIT führten dazu, Zement, von dem man schon annahm, alles zu wissen, noch wesentlich genauer kennen zu lernen und so bisher unbekannte Details der Zementchemie zu entschlüsseln. Dies ermöglichte es, einen Werkstoff mit den gleichen Verarbeitungseingenschaften wie Zement zu entwickeln: Celitement. Doch im Gegensatz zum Zement, dessen Grundstoffe bei 1450° C in einem Röhrenofen gebrannt werden müssen, kann der neue Werkstoff bei ca. 300°C hergestellt werden. Zudem führt auch die niedrigere Menge an notwendigem Kalk zu einer weiteren Einsparung von Kohlendioxid, so dass mit Celitement am Ende etwa die Hälfte des mit normalem Zement verursachten CO2 eingespart werden könnte.

Pilotanlage ab 2011, auf dem Markt bis 2014

2009 waren die Zusammensetzung des neuen von Baustoffes und die Prozessschritte der Herstellung durch Stoff- und Verfahrenspatente gesichert und als Marke unter dem Namen «Celitement» geschützt. Die vier Erfinder gründeten mit dem KIT und der SCHWENK-Gruppe, einem Partner aus der Zementindustrie die Celitement GmbH. Vor einem Monat wurde nun der Grundstein für eine Pilotanlage gelegt, in der pro Tag 100 kg des neuartigen Baustoffes, der bisher nur im Labormassstab hergestellt wurde, produziert und die Produktionsverfahren weiter entwickelt werden sollen. Bis 2014 soll eine erste industrielle Anlage das Produkt herstellen und der Baustoff- und Zement-Industrie helfen, den umwelttechnischen Anforderungen der Zukunft zu begegnen. Die Vision der Erfinder ist es, dass weltweit die Zementwerke dereinst auf das neue Verfahren umgestellt werden und so jedes Jahr so viel CO2 eingespart werden könnte, wie die gesamte globale Luftfahrt im gleichen Zeitraum verursacht.

Doch bevor es soweit ist, muss sichergestellt werden, dass der neue Baustoff dem klassischen Portland-Zement in jeder Hinsicht ebenbürtig ist und die Produktion auch in bestehenden Anlagen ohne grossen Umbauaufwand möglich ist. Die Chancen stehen jedenfalls gut, dass mittelfristig dank dieses neuen Baustoffes der CO2-Ausstoss stark verringert werden kann.

(et/news.ch)

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