Spanien tritt auf die Solar-Bremse

publiziert: Mittwoch, 1. Okt 2008 / 13:45 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 1. Okt 2008 / 22:44 Uhr

Madrid - Die spanische Regierung hat die Subventionen für Solarstrom und -anlagen neuen Regelungen unterstellt. Das bisher wichtigste Absatzland für die Solarindustrie kürzt die Einspeisevergütung pro Kilowattstunde (kWh) und deckelt die Förderung für neu installierte Anlagen.

Die Vergütung bleibt laut Sandra Burmann weiterhin auf einem höheren Niveau als in anderen Ländern.
Die Vergütung bleibt laut Sandra Burmann weiterhin auf einem höheren Niveau als in anderen Ländern.
3 Meldungen im Zusammenhang
Zwar fällt die Kürzung der Einspeisevergütung geringer aus als erwartet. Für Betreiber von Solarstromanlagen ist diese mit minus 30 Prozent auf 34 Cent pro kWh bei Dach- und 32 Cent bei Bodenanlagen dennoch deutlich spürbar.

Zudem wurde die gesamte Vergabeleistung für Spanien auf insgesamt 400 Megawatt (MW) gedeckelt. Im Zuge einer Übergangsregelung für die kommenden beiden Jahre wurden insgesamt 160 MW zusätzlich freigegeben.

Die Vergütungstarife bleiben darüber hinaus nicht auf einem starren Niveau, sondern werden entsprechend der beantragten Vergabeleistung erhöht oder reduziert.

Interessanter Mechanismus

«Wenn die Vergabekapazitäten nicht erschöpft sind, steigen die Tarife wieder. Der Mechanismus, den sich der Gesetzgeber hier einfallen liess, gestaltet sich sehr interessant», meint Sandra Burmann, Rechtsanwältin der internationalen Wirtschaftskanzlei Rödl & Partner in Madrid.

Besonders Grossprojekte könnten jedoch von der Deckelung beeinflusst werden, die eine maximale Leistung bei Dach- von zwei MW und bei Bodenanlagen von zehn MW vorsieht. Werden die Vergabekapazitäten zur Gänze ausgeschöpft, reduziert sich der Tarif in der kommenden Vergaberunde.

«Um die gleiche Rentabilität von Solarprojekten zu erzielen wie bisher, zwingt der Gesetzgeber die Betreiber zu einer stufenweisen Herabsetzung ihrer Kosten», erklärt die Expertin.

Bürokratische Hürden

Der spanische Solarmarkt gestalte sich für die Unternehmen der Branche trotz der Kürzung immer noch rentabel. «Die Vergütung bleibt weiterhin auf einem höheren Niveau als in anderen Ländern», so Burmann. Entsprechend seien derzeit weder Arbeitsplätze gefährdet noch eine Abwanderung der Investoren zu befürchten.

«Der Boom wird aber gebremst und das Wachstum der Branche wird in Spanien nicht mehr ganz so schnell wie bisher bzw. etwas abgeschwächt und kontrollierter verlaufen», sagt Burmann. Das neue Gesetz sei darüber hinaus mit zusätzlichen bürokratischen Hürden verbunden. So müsse etwa jedes Projekt in ein Register der Energieproduzenten eingetragen werden, um den entsprechenden Vergütungstarif zugewiesen zu bekommen.

Unsicherheit in der Planung

Zudem führe das komplexe Vergabeverfahren zu Unsicherheiten bei neuen Projekten: «Anträge, die in der jeweiligen Vergaberunde keine Leistungen mehr zugewiesen bekommen, da das Kapazitätskontingent erschöpft ist, rutschen automatisch in die nächste Vergaberunde», schreibt Rödl & Partner.

Sowohl der Projektbeginn als auch der anwendbare Vergütungstarif seien demnach ungewiss. Da nicht sicher sei, in welcher Vergaberunde beantragte Projekte realisiert werden können, müssen Investoren die Projektfinanzierung bei einer Verschiebung gegebenenfalls neu verhandeln.

(bert/pte)

Kommentieren Sie jetzt diese greeninvestment.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Green Investment Rom - Ausgerechnet das für politisch ... mehr lesen
Der italienische Markt erlebt seit der Reform der Einspeisevergütung einen beinahe ungebremsten Boom.
Das wichtigste Absatzland für deutsche Solarunternehmen will Subventionen drastisch kürzen.
Green Investment Madrid - Die deutsche Solarbranche bangt um ihre Umsätze in einem der weltweit ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Die Energiewende gelingt nur durch Profitgier, nicht durch Überzeugung.
Die Energiewende gelingt nur durch Profitgier, ...
Publinews Vom Energiewandel profitieren alle, das versteht sich von selbst. Schliesslich bedeutet er, dass die Preise für die Energie sinken, die Umwelt wird geschont und modernde Technologien schreiten schneller voran. mehr lesen  
Bern - Innosuisse untersucht seit Anfang 2021 mit einem systematischen Monitoring die Wirkung der unterstützten Innovationsprojekte auf die Unternehmen. mehr lesen
Disigel ist ein von Innosuisse gefördertes Projekt, das ein Handdesinfektionsmittel mit mehrstündiger Schutzwirkung entwickelt.
Die grössten Anlageprojekte sind erneuerbare Ressourcen, insbesondere Wind- und Solarenergie.
Umweltschutz ist zu einem der grössten Themen in unserer Gesellschaft geworden. Fridays for Future und das steigende Bewusstsein für den drohenden Klimawandel regen Menschen dazu handeln. Dabei ... mehr lesen  
In einem Graduiertenprojekt für Maschinenbau am MIT (Massachusetts Institute of Technology) entwickelte ein Team um die Medienwissenschaftlerin Charlene Xia ... mehr lesen  
Das Mikrobiom-Überwachungssystem von Charlene Xia.
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    grüezi Wie lasterhaft Mitleid mitunter sein kann, beweisen Sie doch gerade ... Mo, 26.12.16 20:05
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Vom Tode träumt ein negrophiles Schäfchen doch ständig. Wenn tausende Frauen in England ... Mi, 28.09.16 11:58
  • HentaiKamen aus Volketswil 1
    Kommt wieder Aber leider eine RIESEN Verlust für Leser wie mich die nicht mit dem ... Sa, 13.08.16 01:13
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    sogar nach dem Tode hat die Kassandra noch die grösste Schnauze... jaja, diese ... Fr, 12.08.16 16:30
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wow, wie hat sich die gute Kubra gemausert! Ich danke auch Ihnen ganz persönlich für die vielen harten und ... Mi, 20.07.16 20:25
  • Pacino aus Brittnau 731
    Übrigens, wusstet ihr schon . . . . . . dass die Foren von AZ (Wanner), 20min. und Schweizer Fernsehen ... Mi, 29.06.16 15:20
  • PMPMPM aus Wilen SZ 235
    Und jetzt? Ist noch online...? Liebes news-Team, schade ist die Situation so, dass etwas aufhören ... Di, 28.06.16 22:43
  • kubra aus Berlin 3232
    Danke für die gelebte Pressefreiheit. Damit mein ich durchaus auch den ... Di, 28.06.16 16:09
 
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
17.08.2022
P.SS Logo
17.08.2022
17.08.2022
henson & HENSON Logo
17.08.2022
SQX
17.08.2022
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 16°C 23°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft freundlich
Basel 17°C 24°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 16°C 19°C bedeckt mit Gewitternleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft wolkig, aber kaum Regen
Bern 15°C 22°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft freundlich
Luzern 16°C 21°C anhaltender Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft wolkig, aber kaum Regen
Genf 15°C 24°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
Lugano 17°C 27°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten