Pumpspeicherkraftwerk als Kompromiss im Puschlav
publiziert: Mittwoch, 3. Jun 2009 / 08:06 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 3. Jun 2009 / 15:44 Uhr

Poschiavo - Die Rätia Energie will im Puschlav für 1,5 Milliarden Franken ein Pumpspeicherwerk bauen. Das Stromunternehmen hat sich mit Umweltschutzorganisationen und Standortgemeinden auf diesen Kompromiss geeinigt.

Das Pumpspeicherkraftwerk soll den Lago Bianco und den Lago di Poschiavo als Speicher nutzen. (Archivbild)
Das Pumpspeicherkraftwerk soll den Lago Bianco und den Lago di Poschiavo als Speicher nutzen. (Archivbild)
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Das Werk wird 1000 Megawatt Leistung aufweisen und das Wasser des Lago Bianco am Berninapass als auch jenes des Puschlaversees nutzen. In den Gemeinden Poschiavo und Pontresina soll nächstes Jahr über die Konzessionserteilung abgestimmt werden.

Billigt das Volk das Vorhaben, will die Rätia Energie 2013 die Bauarbeiten aufnehmen. Läuft auch danach alles rund, wird das Pumpspeicherwerk 2018 ans Netz gehen.

Gegen das ursprüngliche Projekt für den Ausbau der Kraftwerke im oberen Puschlav und gegen den Weiterbetrieb der bestehenden Anlagen erhoben Pro Natura, der WWF und die Schweizerische Greinastiftung Beschwerde vor Bundesgericht. Doch signalisierten sie Gesprächsbereitschaft, worauf das Verfahren in Lausanne sistiert wurde.

Die Gespräche führten zum Erfolg, wie am Mittwoch an einer Medienorientierung in Chur dargelegt wurde. Eine Arbeitsgruppe aller Beteiligten kam zum Schluss, ein Pumpspeicherwerk zwischen Lago Bianco und Puschlaversee weise deutliche Vorteile gegenüber dem bisherigen Projekt auf. Allerdings kostet es doppelt so viel.

Weil die Rätia Energie auf ihre ursprünglichen Pläne verzichtet, ziehen die Umweltschutzorganisationen ihre Beschwerden zurück. Somit kann die Konzession für den Weiterbetrieb der bestehenden Anlagen in Kraft treten, und die Entschädigungen an die Gemeinden für den Verzicht auf den Heimfall werden zur Zahlung fällig.

(fest/sda)

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