Ökobilanz: LED-Lampen deklassieren Glühbirnen

publiziert: Montag, 10. Aug 2009 / 11:21 Uhr / aktualisiert: Montag, 10. Aug 2009 / 11:46 Uhr

München - Eine aktuelle Siemens-Vergleichsstudie zur Ökobilanz verschiedener Beleuchtungsmittel kommt zu einem vernichtenden Ergebnis für normale Glühbirnen.

LED-Lampen sind im Betrieb fünfmal günstiger als Glühbirnen.
LED-Lampen sind im Betrieb fünfmal günstiger als Glühbirnen.
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Sie seien im Betrieb rund vier Mal teurer als LED-Beleuchtungselemente oder Energiesparlampen und sollen mit 500 Kilogramm bei einer Betriebsdauer von 25'000 Stunden fünfmal so hohe CO2-Emissionen wie das Leuchtdiodenpendant verursachen.

Bei Siemens-Tochter Osram, wo die getesteten Lampen produziert werden, wertet man dies als zusätzliche Argumente für das schrittweise Verbot herkömmlicher Glühbirnen, das hierzulande ab September eingeführt werden und zunächst nur 100-Watt-Birnen betreffen soll. Auch die mit 25'000 Stunden sehr viel höhere Lebensdauer von LEDs gegenüber herkömmlichen Glühbirnen, die nur etwa 1'000 Stunden schaffen, geht als Vorteil aus der Studie hervor.

Teurer Herstellungsprozess relativiert

Der geringere Stromverbrauch und die hohe Lebenserwartung von LED-Lampen wurden zwar bisher auch schon als positive Eigenschaften hervorgehoben, dem gegenüber stellten Kritiker jedoch bislang immer die angeblich teuren Herstellungsprozesse der Leuchtdioden. Aktuelle Zahlen besagen nun jedoch, dass für die Produktion einer Acht-Watt-LED-Lampe lediglich 700 Kilowattstunden (kWh) verbraucht werden. Dem gegenüber stehen laut Osram rund 3300 kWh für die Herstellung von 25 40-Watt-Glühbirnen - diese Zahl wäre notwendig um die Lebensdauer einer aktuellen LED-Lampe von 25.000 Stunden zu erreichen.

«Wir haben auch das Verhältnis des Stroms, den die Produktion der LED-Lampen verschlingt und des Stroms, den sie tatsächlich in Licht umsetzen, ausgerechnet. 98 Prozent der Energie, die sie in ihrem Lebenszyklus verbrauchen, wird tatsächlich für die Lichtgewinnung aufgewendet», so Siemens-Sprecher Karlheinz Groebmair. Und das Ende der Fahnenstange, so der Fachmann, sei noch nicht erreicht. Sowohl bei der Energieeffizienz wie auch bei den Produktionskosten der Leuchtdioden sehe man noch Verbesserungspotenzial.

Stromverbrauch deutlich tiefer

Nicht nur in der Herstellung sondern auch im Betrieb bieten LED-Lampen Einsparungspotenzial. Die 25 normalen Glühbirnen, die man als Äquivalent zur LED-Lampe heranzog, verbrauchten zusätzlich zu den Anschaffungskosten von 25 Euro 1000 kWh Strom im Wert von rund 210 Euro. Dem gegenüber steht die einzelne LED-Lampe, die in der Anschaffung mit 40 Euro teurer als 25 herkömmliche Glühbirnen ist, insgesamt jedoch nur 200 kWh im Wert von rund 40 Euro Strom verbrauchte.

Die Detailergebnisse der Studie wollen Siemens und Osram erst im Herbst, nach Überprüfung durch drei unabhängige Experten, veröffentlichen. Für die LED-Lampe habe man unter anderem exemplarisch den Weg vom Produktionsstandort China an den Einsatzort Europa untersucht. Neben den unmittelbar einfliessenden Rohstoffen wurden auch der Energieaufwand, die Materialien und die Emissionen durch den Transport, die mit der Bereitstellung der Ressourcen verknüpft sind, erfasst.

(ht/pte)

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