Kleiner Durchbruch

Bakterien gewinnen Strom aus Abwasser

publiziert: Dienstag, 17. Sep 2013 / 14:52 Uhr
Der Strom könnte eingesetzt werden, um Kläranlagen mit Energie zu versorgen.
Der Strom könnte eingesetzt werden, um Kläranlagen mit Energie zu versorgen.

Kalifornien/Wien - Forscher der Stanford University in California haben ein neuartiges Verfahren entwickelt, bei dem Bakterien aus Abwasser Energie erzeugen.

7 Meldungen im Zusammenhang
Der Strom wird in einer Art Mikroben-Batterie generiert und könnte eingesetzt werden, um Kläranlagen mit Energie zu versorgen. Mit einem Wirkungsgrad von mindestens 30 Prozent ist die Methode ebenso effektiv wie derzeit am Markt erhältliche Solarzellen.

Ansatz als kleiner Meilenstein

Experten begrüssen den Ansatz durchaus. «Zweifelsohne handelt es sich bei dieser Technologie schon um einen kleinen Durchbruch», so Jurrien Westerhof, Geschäftsführer von Erneuerbare Energie Österreich, gegenüber pressetext. Dennoch sei das Potenzial dieser Stromquelle infrage zu stellen. «Da in Abwasser ohnehin nur begrenzt Energie enthalten ist und davon schlussendlich nur 30 Prozent gewonnen werden können, könnte eine kommerzielle Durchsetzbarkeit dieses Verfahrens scheitern», ergänzt der Experte.

«Grundsätzlich halte ich derartige Forschungsansätze für sehr wichtig und auch sinnvoll, da die Speicherung erneuerbarer Energien in der heutigen Zeit notwendig ist, um vom Energie-Import unabhängig zu werden. Da hohe Investitionen in diesen Sektor getätigt werden, wird dieser in den nächsten Jahren voraussichtlich noch weiter in den Vordergrund rücken», meint Greenpeace-Energiesprecherin Julia Kerschbaumsteiner im pressetext-Gespräch. Darüber hinaus gäbe schon einige Forschungsprojekte.

Kohlenstoff-Faser als Bindeglied

Die Forschungsergebnisse sind in dem Fachmagazin «Proceedings of the National Academy of Sciences» veröffentlich worden. Den Wissenschaftern zufolge könnte mithilfe solcher Prozesse ein grosser Teil des Strombedarfs von Kläranlagen gedeckt werden. Bei diesem Verfahren kommt es zur Entstehung von Strom, indem Mikroben organische Substanzen unter Luftabschluss abbauen, wodurch Elektronen freigesetzt werden.

Bisher haben vergleichbare Methoden zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis geführt. Doch das Forscherteam der Stanford University hat nun erstmals eine Möglichkeit gefunden, um die kleinen Biogeneratoren mit den Elektroden zu vernetzen. Die daraus entstandene Mikroben-Batterie ähnelt einem kleinen Fläschchen mit trübem Inhalt. Das Geheimnis steckt hinter den Kohlenstoff-Fasern, welche nicht nur als elektrischer Leiter, sondern auch als Mikroben-Bindungsmittel fungieren.

Elektronen durch Silber aufgenommen

Die Bakterien bilden durch die spezielle Kohlenstofffaser-Schicht feine Fädchen aus, mit denen sie sich an das Material anheften können. Dabei dient das Abwasser als Futterquelle. Wird das darin enthaltene organische Material von den Mirkoben abgebaut, so werden Elektronen abgesondert, die zuerst durch die Anode abfliessen. Anschliessend wandern sie zur Kathode, die aus Silberoxid besteht und somit fähig ist, Elektronen aufzunehmen. Wird die Kathode aus der Batterie entfernt sowie durch Sauerstoff oxidiert, kann der Vorgang erneut durchgeführt werden.

(asp/pte)

Kommentieren Sie jetzt diese greeninvestment.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Trento - Die aus der Universität von Pavia als Spin-off hervorgegangene Eco-Sistemi ... mehr lesen
Sauberes Wasser dank «Smart Caps».
Kläranlagen sollen rasch handeln.
Bern - Kläranlagen sollen auch ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Die Energiewende gelingt nur durch Profitgier, nicht durch Überzeugung.
Die Energiewende gelingt nur durch Profitgier, ...
Publinews Vom Energiewandel profitieren alle, das versteht sich von selbst. Schliesslich bedeutet er, dass die Preise für die Energie sinken, die Umwelt wird geschont und modernde Technologien schreiten schneller voran. mehr lesen  
Bern - Innosuisse untersucht seit Anfang 2021 mit einem systematischen Monitoring die Wirkung der unterstützten Innovationsprojekte auf die Unternehmen. mehr lesen
Disigel ist ein von Innosuisse gefördertes Projekt, das ein Handdesinfektionsmittel mit mehrstündiger Schutzwirkung entwickelt.
Die grössten Anlageprojekte sind erneuerbare Ressourcen, insbesondere Wind- und Solarenergie.
Umweltschutz ist zu einem der grössten Themen in unserer Gesellschaft geworden. Fridays for Future und das steigende Bewusstsein für den drohenden ... mehr lesen  
In einem Graduiertenprojekt für Maschinenbau am MIT (Massachusetts Institute of Technology) entwickelte ein Team um die Medienwissenschaftlerin Charlene Xia ein Projekt zur Vorhersage und Verhinderung der ... mehr lesen
Das Mikrobiom-Überwachungssystem von Charlene Xia.
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    grüezi Wie lasterhaft Mitleid mitunter sein kann, beweisen Sie doch gerade ... Mo, 26.12.16 20:05
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Vom Tode träumt ein negrophiles Schäfchen doch ständig. Wenn tausende Frauen in England ... Mi, 28.09.16 11:58
  • HentaiKamen aus Volketswil 1
    Kommt wieder Aber leider eine RIESEN Verlust für Leser wie mich die nicht mit dem ... Sa, 13.08.16 01:13
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    sogar nach dem Tode hat die Kassandra noch die grösste Schnauze... jaja, diese ... Fr, 12.08.16 16:30
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wow, wie hat sich die gute Kubra gemausert! Ich danke auch Ihnen ganz persönlich für die vielen harten und ... Mi, 20.07.16 20:25
  • Pacino aus Brittnau 731
    Übrigens, wusstet ihr schon . . . . . . dass die Foren von AZ (Wanner), 20min. und Schweizer Fernsehen ... Mi, 29.06.16 15:20
  • PMPMPM aus Wilen SZ 235
    Und jetzt? Ist noch online...? Liebes news-Team, schade ist die Situation so, dass etwas aufhören ... Di, 28.06.16 22:43
  • kubra aus Berlin 3232
    Danke für die gelebte Pressefreiheit. Damit mein ich durchaus auch den ... Di, 28.06.16 16:09
 
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
21.09.2022
buonafama Logo
21.09.2022
ticinolab Logo
21.09.2022
21.09.2022
deepsign Logo
21.09.2022
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 8°C 15°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wechselnd bewölkt, Regen
Basel 9°C 16°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wechselnd bewölkt, Regen
St. Gallen 8°C 13°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass anhaltender Regen
Bern 7°C 14°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wechselnd bewölkt, Regen
Luzern 8°C 15°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass anhaltender Regen
Genf 8°C 16°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wechselnd bewölkt, Regen
Lugano 11°C 20°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten