Wüstenstrom-Initiative will in drei Jahren Pläne vorlegen
publiziert: Montag, 13. Jul 2009 / 14:36 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 14. Jul 2009 / 11:07 Uhr

München - Europa soll 15 Prozent seines Stroms in den Wüsten Afrikas und des Nahen Ostens gewinnen. Zwölf Unternehmen, darunter auch der Industriekonzern ABB, haben eine Absichtserklärung unterzeichnet. In drei Jahren sollen Pläne zum Bau von Solarkraftwerken vorliegen.

In Zukunft sollen den Plänen zufolge 15 Prozent des europäischen Strombedarfs durch Strom aus Solarkraftwerken in den Wüstenregionen gedeckt werden.
In Zukunft sollen den Plänen zufolge 15 Prozent des europäischen Strombedarfs durch Strom aus Solarkraftwerken in den Wüstenregionen gedeckt werden.
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Die Unternehmen wollen dazu die Desertec Industrial Initiative Planungsgesellschaft (DII) errichten, wie sie in München mitteilten. Diese soll in Form einer GmbH nach deutschem Recht bis Ende Oktober dieses Jahres gegründet werden. Die Teilnehmer schätzen das Investitionsvolumen des Projekts auf 400 Mrd. Euro.

Zu den beteiligten Unternehmen gehören neben ABB die spanische Abengoa Solar, die algerische Cevital, die Deutsche Bank, die E.ON, die HSH Nordbank, die MAN Solar Millennium, die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft, M+W Zander, RWE, Schott Solar und Siemens.

Nach der Gründung sollen binnen dreier Jahre die notwendigen Rahmenbedingungen entwickelt sowie konkrete Geschäftspläne und Finanzierungskonzepte erarbeitet werden. Auch die Erzeugerländer sollen vom Projekt profitieren.

Riesiges Potenzial

Siemens sprach von einem enormen Potenzial. «Die Wüstenregionen der Erde empfangen in sechs Stunden mehr Energie als die Menschheit in einem Jahr verbraucht.»

Greenpeace begrüsste das Projekt und forderte die Schweizer Energieunternehmen auf, «ebenfalls in solche Initiativen zu investieren statt in klimaschädliche Gas- und Kohlekraftwerke».

Kritiker des Projekts hatten zuletzt darauf verwiesen, dass die Erzeugerstaaten in Nordafrika politisch instabil seien.

(sl/sda)

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