Uneinigkeit
Windenergie-Vereinigung prangert Umweltverbände an
publiziert: Montag, 31. Aug 2015 / 14:45 Uhr / aktualisiert: Montag, 31. Aug 2015 / 22:45 Uhr
Suisse Eole stört sich daran, dass in der Schweiz die Windenergie nicht wirklich genutzt wird - die Gegner sehen die Energieproduktion als ein Eingriffen in die Natur.
Suisse Eole stört sich daran, dass in der Schweiz die Windenergie nicht wirklich genutzt wird - die Gegner sehen die Energieproduktion als ein Eingriffen in die Natur.

Bern - Der Wind bläst, und die Energie wird nicht genutzt: Das kritisiert die Vereinigung zur Förderung der Windenergie Suisse Eole. Sie wirft den Umweltverbänden vor, mit Einsprachen die Energiewende zu verzögern. Diese sprechen von unsachlicher Polemik.

3 Meldungen im Zusammenhang
In Europa boomt die Windenergie. Bereits über 10 Prozent des Strombedarfs wird durch Windanlagen gedeckt, bis 2030 sollen es 30 Prozent sein. In der Schweiz liegt der Windstrom-Anteil dagegen gerade mal bei 0,2 Prozent.

Schuld daran sind aus Sicht von Suisse Eole die Einsprachen von Privaten und Umweltverbänden. Elf Projekte seien derzeit durch Einsprachen blockiert, sagte Reto Rigassi, der Geschäftsführer von Suisse Eole, am Montag vor den Medien in Bern. Zusammen könnten diese Windanlagen erneuerbaren Strom für 125'000 Haushalte produzieren.

«Der Missbrauch muss aufhören»

Die Präsidentin der Vereinigung, Nationalrätin Isabelle Chevalley (GLP/VD) sieht in den zahlreichen Einsprachen einen Missbrauch des Verbandsbeschwerderechts. «Dieser Missbrauch muss aufhören», forderte sie und appellierte an die Umweltverbände, Hand zur Zusammenarbeit zu bieten.

Bisher sei kein Projekt infolge von Einsprachen eingestellt oder grundlegend geändert worden. Es gehe also nicht darum, mit Einsprachen die Beachtung des Umweltschutzgesetzes durchzusetzen, sondern die Projekte zu verzögern.

Gerichte sollen rascher entscheiden

Suisse Eole fordert weiter, dass die Gerichte rascher entscheiden. Entscheide zu Windenergie-Projekte sollen Priorität erhalten. In Deutschland dauere das gesamte Planungs- und Bewilligungsverfahren fünf Jahre, stellte Chevalley fest. In der Schweiz seien es teilweise mehr als 17 Jahre.

Franklin Thévenaz, der Gemeindepräsident von St-Croix (VD), wo der Bau eines Windparks sich verzögert, geht noch weiter. Für ihn sollte eine Ausnahme vom Rekursrecht ins Auge gefasst werden. Daneben wünscht er sich mehr Engagement des Bundes für die Windenergie.

Ohne Kompromisse keine Wende

Dass Windanlagen negative Auswirkungen haben können, streitet Suisse Eole nicht ab. Die Anlagen gefährden etwa Zugvögel. Für dieses Problem fänden sich jedoch Lösungen, sagte Konrad Schleiss, der Präsident der Bau-, Planungs- und Umweltkommission von Grenchen (SO). So sei für die Anlage auf dem Grenchenberg geplant, dass Zugvogelschwärme per Radar erfasst würden und die Rotoren dann stoppten.

Kein Verständnis zeigt die Vereinigung für Einwände wegen des Lärms oder der Veränderung des Landschaftsbildes. Jede Energieproduktion sei mit Eingriffen in die Natur verbunden, stellt sie fest. Ohne Kompromisse sei die Energiewende nicht möglich.

Lob an Grüne Partei

Suisse Eole wirft die Umweltverbände indes nicht alle in einen Topf. Mit dem WWF etwa sei eine konstruktive Zusammenarbeit möglich, sagte Chevalley. Auch die Grüne Partei lobte die Nationalrätin der Grünliberalen. Diese sei auf der Seite von Suisse Eole.

Nicht zum Dialog bereit seien dagegen die Stiftung Landschaftsschutz und Helvetia Nostra, welche die meisten Einsprachen einreichten. Auch Pro Natura wurde kritisiert.

Gegen «Anbauschlacht» mit Windrädern

Die betroffenen Verbände weisen die Vorwürfe zurück. Die Stiftung Landschaftsschutz habe bei zahlreichen Projekten keine Einsprache eingereicht, sagte Projektleiter Matthias Rapp auf Anfrage. Sie lehne Windanlagen nicht grundsätzlich ab, stelle sich aber gegen eine «Anbauschlacht»: Die Energiewende dürfe nicht dazu führen, dass Gesetze nicht mehr gälten.

Die Stiftung Landschaftsschutz sieht sich nicht als Verhindererin der Energiewende, sondern «eines überstürzten, unqualifizierten Ausbaus jeglicher Art erneuerbarer Energien». Konkret stellt sie sich etwa gegen Projekte in geschützten Landschaften und solchen mit besonderer Bedeutung. Sie sagt auch dort Nein, wo die Landschaftssilhouette durch Windanlagen stark verändert würde.

«Unsachliche Polemik»

Die Schweiz sei kein Windland, gibt Rupp ferner zu bedenken. Wenn Windenergie besser und effizienter im Ausland produziert werden könne, seien Investitionen in Anlagen im Ausland sinnvoll. In der Schweiz sollte die Priorität bei Solarenergie und Effizienzmassnahmen liegen.

Pro Natura wiederum bedauert die «unsachliche Polemik» von Suisse Eole. Man setze sich seit vielen Jahren im Austausch mit Suisse Eole für den Zubau von ökologischer Windkraft ein, hiess es auf Anfrage. Auch Windkraft-Projekte hätten sich aber an gesetzliche Vorgaben zu halten. «Wir arbeiten gerne weiter am Ziel, möglichst gute, den Umweltgesetzen entsprechenden Windkraft-Anlagen zu unterstützen, die zu einer ökologischen Energiewende beitragen.»

(jbo/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese greeninvestment.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Green Investment Paris/Istanbul - Die Internationale Energieagentur erwartet einen etwas langsameren ... mehr lesen
International sollen fast 270 Milliarden Dollar in Wind-, Sonnen- und andere Öko-Energien geflossen sein.
Bern - Schweizer und deutsche Wissenschaftler haben erstmals Anwohner von ... mehr lesen
78 Prozent der Befragten befürworteten die Windkraftanlage vor Ort, nur 6 Prozent waren dagegen. (Symbolbild)
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Was die Wirtschaftlichkeit der Solaranlage betrifft, so muss die Zeit eingeplant werden, bis sich die Investition amortisiert.
Was die Wirtschaftlichkeit der Solaranlage betrifft, so ...
Publinews Immer mehr Menschen überlegen sich in Deutschland die Anschaffung von Solarsystemen. Sie sollen die Eigenversorgung des Stromverbrauchs im Haus sicherstellen. Die Gründe für diese Überlegungen sind sehr unterschiedlich. mehr lesen  
Smart Point of Interests by domains.ch  St. Gallen - Am Dienstag, 3. September 2019, findet der dritte nationale Digitaltag mit mehr als 150 kostenlosen Talks, Mitredemöglichkeiten, Bühnenshows, Startup Pitches, Expos und Kursen an über 12 Standorten in der ganzen Schweiz statt. DOMAINS.CH wird in der #smarthalle St. Gallen mit einer interaktiven Point Cloud Installation dabei sein. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    grüezi Wie lasterhaft Mitleid mitunter sein kann, beweisen Sie doch gerade ... Mo, 26.12.16 20:05
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Vom Tode träumt ein negrophiles Schäfchen doch ständig. Wenn tausende Frauen in England ... Mi, 28.09.16 11:58
  • HentaiKamen aus Volketswil 1
    Kommt wieder Aber leider eine RIESEN Verlust für Leser wie mich die nicht mit dem ... Sa, 13.08.16 01:13
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    sogar nach dem Tode hat die Kassandra noch die grösste Schnauze... jaja, diese ... Fr, 12.08.16 16:30
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wow, wie hat sich die gute Kubra gemausert! Ich danke auch Ihnen ganz persönlich für die vielen harten und ... Mi, 20.07.16 20:25
  • Pacino aus Brittnau 731
    Übrigens, wusstet ihr schon . . . . . . dass die Foren von AZ (Wanner), 20min. und Schweizer Fernsehen ... Mi, 29.06.16 15:20
  • PMPMPM aus Wilen SZ 235
    Und jetzt? Ist noch online...? Liebes news-Team, schade ist die Situation so, dass etwas aufhören ... Di, 28.06.16 22:43
  • kubra aus Berlin 3232
    Danke für die gelebte Pressefreiheit. Damit mein ich durchaus auch den ... Di, 28.06.16 16:09
 
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
BIBARIUM Logo
22.01.2021
22.01.2021
iris lilly Logo
22.01.2021
van van Logo
22.01.2021
22.01.2021
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 0°C 1°C immer wieder Schneeleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich bedeckt, etwas Schnee
Basel 1°C 3°C immer wieder Schneeleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich bedeckt
St. Gallen -1°C 0°C immer wieder Schneeleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, wenig Schnee bedeckt, etwas Schnee
Bern 0°C 1°C Schneeschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich bedeckt
Luzern 0°C 1°C immer wieder Schneeleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, wenig Schnee bedeckt, etwas Schnee
Genf 1°C 3°C wolkig, wenig Schneeleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich bedeckt, etwas Schnee
Lugano 3°C 10°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten