Wasser: Schweizer Forscher suchen globale Lösungen
publiziert: Montag, 15. Mrz 2010 / 15:42 Uhr / aktualisiert: Montag, 15. Mrz 2010 / 19:14 Uhr

Der weltweite Wandel - klimatisch als auch sozioökonomisch - zwingt auch die Schweiz zu einer nachhaltigen Wassernutzung. Das nationale Forschungsprogramm «Nachhaltige Wassernutzung» (NFP 61) will gemeinsam mit den Hauptakteuren aus der Praxis wissenschaftliche Grundlagen und Lösungen dafür erarbeiten.

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Blick auf den Wägitalersee von der Staumauer aus.
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Am 4. und 5. März trafen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Solothurn zum Startschuss für die Forschungsarbeiten. Wasser ist ein wesentliches Element für das Leben der Menschen, Tiere und Pflanzen.

Viele Lebens- und Wirtschaftsbereiche sind davon abhängig. Gesunde Ökosysteme ermöglichen es, dass das Wasser seine ökologischen Funktionen erfüllt und dass dessen mannigfaltige Nutzungsmöglichkeiten erhalten bleiben, wie nfp61.ch schreibt.

Aber Klimawandel und sozioökonomische Veränderungsprozesse - sowohl global wie national - führen zu einer verstärkten Konkurrenz zwischen den verschiedenartigen Wassernutzungen wie Trinkwasser, Bewässerung, Erholung und Wasserkraft. Die Trockenheit im Jahr 2003 hat gezeigt, dass auch in der Schweiz unterschiedliche Ansprüche in Bezug auf das Wasser aufeinanderprallen können. Zur Vermeidung von Engpässen und Konflikten braucht es deshalb neue globale Strategien, die auf einen möglichst naturnahen Wasserkreislauf und auf eine nachhaltige Wassernutzung ausgerichtet sind.

Startschuss für die Forschung

Daher beauftragte der Bundesrat am 28. November 2007 den Schweizerischen Nationalfonds (SNF) mit der Durchführung des Nationalen Forschungsprogramms «Nachhaltige Wassernutzung» (NFP 61). Das Programm verfügt über 12 Millionen CHF für eine Forschungsdauer von vier Jahren. Am 4. und 5. März trafen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Solothurn zur Auftaktveranstaltung und stellten die unterschiedlichen Forschungsprojekte vor.

Die Wasserforschung in der Schweiz verfügt über ein hohes Potential und ist international anerkannt, sieht sich aber mit komplexen Problemen in der Wasserwirtschaft konfrontiert. Das NFP 61 «Nachhaltige Wassernutzung» will wissenschaftlich fundierte Lösungen für die künftigen Herausforderungen in der Wasserwirtschaft erarbeiten. Das Programm untersucht die Auswirkungen des Klimawandels und der sozialen Veränderungen auf die Wasserressourcen und die Gewässerökologie, überprüft den Umgang mit den Risiken, Nutzungskonflikten und ökologischen Veränderungen aus einer umfassenden Perspektive und entwickelt effektive und effiziente Managementsysteme für die nachhaltige Wassernutzung.

Zwei Forschungsachsen

Das NFP 61 ist in zwei Forschungsachsen gegliedert: einerseits das Natursystem und andererseits das Gesellschaftssystem. Die Forschungsachse «Natursystem» widmet sich den Veränderungen des Wasserhaushalts, des Wasserregimes, der Wasserqualität und der Gewässerökosysteme, welche sich infolge von Klimawandel, Landnutzungsänderungen und anderer anthropogener Aktivitäten ergeben. Die Forschungsachse «Gesellschaftssystem» befasst sich mit dem sozioökonomischen Wandel und den sektorübergreifenden Strategien für die nachhaltige Wassernutzung sowohl hinsichtlich der Wasserbewirtschaftung als auch des Schutzes des Wassers. Die 16 Projekte innerhalb des NFP 61 sind in zwei Clustern organisiert, die sich teilweise überlappen und miteinander interagieren:
- Cluster Hydrologie - Gletscher, Grundwasser, Extremereignisse; - Cluster Wassermanagement.

Integration Politischer Akteure

Um zukunftsweisende Strategien für einen nachhaltigen Umgang mit den Wasserressourcen zu erarbeiten, müssen Akteure aus Forschung, Verwaltung und Praxis eng zusammenarbeiten. Das NFP 61 legt deshalb grossen Wert auf transdisziplinäre Forschungsprojekte, die die gesellschaftlich relevanten Probleme einer nachhaltigen Wassernutzung identifizieren und analysieren und praktische, am Gemeinwohl orientierte Lösungen erarbeiten. Diese Lösungen sind erst dann Realität, wenn sie in der Praxis umgesetzt werden. Daher ist es wichtig, nicht nur wissenschaftliche Grundlagen zu erarbeiten, sondern auch Methoden und Ansätze zu fördern, welche die Akteure aus der Praxis von Anfang an in den Forschungsprozess mit einbeziehen.

Dazu werden auf verschiedenen Ebenen des NFP 61 Begleitgruppen eingerichtet, die die transdisziplinäre Forschung und deren praxisrelevante Umsetzung unterstützen: ein Programmbeirat auf nationaler Ebene, je eine Koordinationsgruppe auf der Ebene der Cluster, sowie thematisch ausgerichtete Begleitgruppen auf Projektebene.

(ht/pd)

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