55 Millionen «verlocht»
St. Gallen stoppt Geothermie
publiziert: Mittwoch, 14. Mai 2014 / 11:49 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 14. Mai 2014 / 13:15 Uhr
Kein Erfolg für das Projekt in St. Gallen.
Kein Erfolg für das Projekt in St. Gallen.

St. Gallen - Die Stadt St. Gallen hat ihre Pläne für ein grosses Geothermie-Kraftwerk begraben. Stadtrat Fredy Brunner gab den Entscheid am Mittwoch «schweren Herzens» bekannt. Noch weiter geprüft wird die Möglichkeit, über das 4450 Meter tiefe Bohrloch Erdgas zu fördern.

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Die Förderung von Erdgas könnte laut Brunner wirtschaftlich interessant sein. Die Ergiebigkeit des Gasvorkommens, das bei der Tiefenbohrung unerwartet "angezapft" wurde, ist allerdings ungewiss. Nur ein Langzeittest brächte genauere Erkenntnisse.

Viel zu wenig Heisswasser

Für den Entscheid, das Geothermie-Projekt in der ursprünglich geplanten Form zu stoppen, nannte Brunner mehrere Gründe: Die in der Tiefe gefundene Heisswassermenge ist für ein Kraftwerk viel zu klein. Hinzu kommt das Risiko weiterer Erbeben und das finanzielle Risiko für die Stadt.

Eine zweite Tiefenbohrung wäre nach heutigem Kenntnisstand weder wirtschaftlich noch sicherheitstechnisch umsetzbar, wie die Stadt schreibt. Ebenso wenig kommen für den Stadtrat eine Vertiefung der bestehenden Bohrung oder eine seitliche Zusatzbohrung (Sidetrack) in Frage.

Auch die Variante, für 2,5 Millionen Franken eine Tiefen-Erdwärmesonde im Bohrloch zu installieren, lohnt sich wegen der geringen Heisswassermenge nicht.

55 Millionen "verlocht"

Bis Mitte Jahr wird die Stadt voraussichtlich 55 Millionen Franken ins Geothermie-Projekt und die vorangegangenen seismischen Untersuchungen "verlocht" haben. 19 Millionen davon übernimmt das Bundesamt für Energie (BFE), das eine Risikogarantie zusicherte.

Unter dem Strich kostet das Projekt die Stadt damit 36 Millionen Franken. Eine Stilllegung des Bohrlochs würde nochmals zwei Millionen kosten. Gemessen am Kredit, den die St. Galler Stimmberechtigten 2010 guthiessen, bleibt derzeit noch ein finanzieller Spielraum von rund sieben Millionen für weitere Schritte.

Fredy Brunner, der als "Vater" des Geothermie-Projekts gilt, sprach von einem schwierigen und schmerzlichen Ringen um den Entscheid. Die Erkenntnisse aus dem St. Galler Projekt seien aber wertvoll für andere Vorhaben in der Schweiz.

Rückschlag durch Erdbeben

Die Bohrarbeiten im Sittertobel hatten am 20. Juli 2013 ein Erdbeben der Stärke 3,5 ausgelöst. Unter anderem drang unerwartet viel Gas durch das Bohrloch nach oben. Für das ambitiöse Projekt war dies ein herber Rückschlag. Die Arbeiten mussten gestoppt, das Bohrloch verschlossen und gesichert werden.

Die Stimmberechtigten der Stadt hatten 2010 einen Rahmenkredit von 160 Millionen Franken für das Geothermie-Projekt und einen Ausbau des Fernwärmenetzes mit über 80 Prozent Ja-Stimmen gutgeheissen. Das erhoffte Ziel war, mittelfristig bis zur Hälfte der Wohnhäuser in St. Gallen umweltfreundlich mit Erdwärme zu heizen.

(bert/sda)

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Stefan Wiemer ist Direktor des Schweizerischen Erdbebendienstes und Professor für Seismologie an der ETH Zürich.
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Die Alternativen unseres Schäfchens
scheinen ja sehr beschränkt zu sein.
Falls so ein AKW mal seine ständigen Subventionen wieder eingespiel hätte und falls es nicht mehr als hundert Jahre dauern würde, bis diese AKW-Ruinen nach Gebrauch wieder stahlungsfrei sind und falls es irgenwann ein mal ein AKW gibt, das keinen tödlichen Abfall produziert, der die Böden unseres Landes in weit grösserem Ausmass und um Jahrhunderte länger als die Fracking-Chemikalien vergiftet , ja und wenn mal einer ein AKW baut, das wirklich niemals in die Luft fliegen kann, und wenn es einmal ein AKW gibt, das keine strategischen Kosten mehr verschlingt und von tausenden Soldaten ständig bewacht werden muss, und wenn es einmal ein AKW geben sollte, das eine voll deckende Haftpflichtversicherung abschliessen muss, wie alle andern Stromerzeuger das nach Gesetz müssen, ja dann....

Kein AKW der Erde wurde je rentabel gebaut, alle müssen über die Steuern subventioniert werden. Noch keiner hat eine sichere Endlagerstätte für den atomaren Abfall gefunden, Verbrecherstaaten können AKW bauen, um an die Atombombe zu gelangen. Der Strom aus AKW's ist weitaus teurer, als alle andern Stromquellen! Welche Tatsachen braucht es denn noch, um zu zeigen, dass Atomstrom sich niemals lohnt?
Es gibt mehr als hundert Alternativen, die weitaus sicherer, umweltverträglicher, billiger, nachhaltiger, ungefährlicher, und strategisch irrelevant sind, als jedes Schäfchen der Erde sich in seinen kühnsten Träumen je vorstellen wird können.
AKW sind obsolet, keiner wird je in der Schweiz und in Deutschland je wieder so einen völlig unrentablen, gefährlichen und umweltvergiftenden Blödsinn fordern oder gar bauen.
Die deutsche Wirtschaft wird in Sachen Alternativenergien zum Vorbild und Weltmarktführer aller gesitteten Staaten und sie wird daran weiterhin Milliarden verdienen.
Wir Schweizer sollten besser Schafe hüten, Wolle macht ja bekanntlich auch warm, denkt sich unser Grossmeister des ständigen Gestern. Es ist wirklich kaum zu glauben, wie rückständig so mancher Erdenbewohner sein kann.
Nun noch etwas Fracking...
....und die Katastrophe ist perfekt!

Dass man dort Geld in den Sand steckt, bzw. im wahrsten Sinne des Worts verlocht, war eigentlich von Anfang an klar.

Aber - nicht wahr - nun bleibt noch die Option Gas. Weil auf lange Jahre verseuchtes Trinkwasser im Gegensatz zum Kernkraft-Restrisiko kein Problem darstellt. Fredy macht's möglich, wetten?
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  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
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    sogar nach dem Tode hat die Kassandra noch die grösste Schnauze... jaja, diese ... Fr, 12.08.16 16:30
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    Wow, wie hat sich die gute Kubra gemausert! Ich danke auch Ihnen ganz persönlich für die vielen harten und ... Mi, 20.07.16 20:25
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    Übrigens, wusstet ihr schon . . . . . . dass die Foren von AZ (Wanner), 20min. und Schweizer Fernsehen ... Mi, 29.06.16 15:20
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    Und jetzt? Ist noch online...? Liebes news-Team, schade ist die Situation so, dass etwas aufhören ... Di, 28.06.16 22:43
  • kubra aus Berlin 3232
    Danke für die gelebte Pressefreiheit. Damit mein ich durchaus auch den ... Di, 28.06.16 16:09
 
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