Enorme Kosten im Stand-by-Modus
Spielkonsolen sind unersättliche Stromfresser
publiziert: Freitag, 20. Apr 2012 / 09:55 Uhr
Bei längerer Inaktivität sollte sich die Videospielkonsole selbstständig abschalten.
Bei längerer Inaktivität sollte sich die Videospielkonsole selbstständig abschalten.

Pittsburgh - Der Gesamtenergieverbrauch von Videospielkonsolen ist durch die rasche Zunahme der Reichweite, steigenden Rechenleistungen sowie Zusatzfunktionen in den vergangenen Jahrzehnten in die Höhe geschnellt.

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Link zur Studie
Electricity consumption and energy savings potential of video game consoles in the United States.
andrew.cmu.edu

Eine neue Studie der Carnegie Mellon University konnte nun nachweisen, dass PlayStation, Xbox, Wii & Co selbst Unmengen an Strom fressen, wenn sie sich im Stand-by-Modus befinden.

Verbrauch um 50 Prozent gestiegen

«Wir konnten zeigen, dass die effektivste Energieeinsparung ein standardmässiger Einbau einer Auto-Power-Down-Funktion wäre. Das würde den Stromverbrauch von Spielkonsolen um 75 Prozent reduzieren», so die Conclusio der Studienautoren. Dies entspräche beim US-Stromverbrauch des Jahres 2010 einer Reduzierung von zehn Terrawattstunden. «Damit würden Verbraucher über eine Mrd. Dollar jährlich sparen», so die Schätzung.

Laut der Studie wurden 2010 knapp 70 Prozent der Energie, die bei der Benutzung von Spielkonsolen benötigt wird, im Stand-by-Modus verbraucht. Insgesamt kann man rund ein Prozent des US-Energieverbrauchs in Wohngebäuden auf Videospielkonsolen zurückführen. In nur drei Jahren ist der Energieverbrauch von Spielcomputern um fast 50 Prozent angestiegen.

Umdenken bei vielen Herstellern

Die Hersteller haben bereits erste Schritte unternommen, um den Stromverbrauch in Grenzen zu halten. So verfügt die Xbox 360 nun über eine Auto-Power-Down-Funktion, wenn der Leerlauf über eine Stunde dauert. Auch die PlayStation 3 bietet eine Power-Management-Feature. Standardmässig ist diese allerdings nicht installiert, der Anwender muss selbst aktiv werden.

Die Spielkonsole ist allerdings nicht der grösste Stromfresser im Haushalt. «Am meisten Energie verbraucht der Kühlschrank», sagt Christoph Mordziol, Experte vom Umweltbundesamt. Viele der Erkenntnisse der Studie gelten auch für andere Elektrogeräte. «Aufgrund von EU-Verordnungen müssen eine Reihe von Geräten selbsttätig in Zustände geringerer Leistungsaufnahme schalten, beispielsweise einfache Satellitendekodierer», erklärt der Experte. Für manche alte Gerätschaften lohne sich hinsichtlich der Energieeffizienz eine Neuanschaffung.

(bert/pte)

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