Serienautos erhalten Wasserstoffantrieb
publiziert: Mittwoch, 17. Sep 2008 / 14:55 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 17. Sep 2008 / 15:13 Uhr

Sunderland - Wissenschaftler der britischen University of Sunderland haben in Zusammenarbeit mit Industriepartnern einen serienmässigen Nissan Almera zum Wasserstoff-Auto «HyPower» umgebaut.

Bestehende Autos könnten mit der Technologie umgebaut werden, so Dirk Kok.
Bestehende Autos könnten mit der Technologie umgebaut werden, so Dirk Kok.
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«Das Projekt zeigt, dass jedes Serienfahrzeug für den Wasserstoffbetrieb umgebaut werden kann», betont Teamleiter Dirk Kok vom Institute of Automotive and Manufacturing Advanced Practice der University of Sunderland.

Die genutzten Prinzipien seien ähnlich wie bei einem Flüssiggas-Umbau und auch die Kosten sollten vergleichbar ausfallen. «Die Leute sind umweltfreundlich, solange sie es sich leisten können», sieht Kok darin einen wesentlichen Vorteil. Mithilfe von HyPower wird sein Team zusätzliche Technologien testen.

Nicht zwingend teurer

Für den Umbau haben die Forscher gängige Technologien genutzt, die ursprünglich für Erdgasautos entwickelt wurden. Diese wurden von der Firma Lambda One Autogas ins Fahrzeug eingebaut. Dazu kam ein geeigneter Wasserstofftank des Centre of Process Innovation, der Kok zufolge derzeit die teuerste Komponente beim Umbau darstellt. «Man würde erwarten, dass der Preis durch höhere Produktion fällt, falls unsere Idee sich durchsetzt und die Nachfrage steigt», meint jedoch der Wissenschaftler.

Mit einer Füllzeit von unter fünf Minuten und einer guten Reichweite entspräche das umweltfreundliche System insgesamt den Anforderungen der Automobilindustrie. «Mit dieser Technologie müssten Kunden keine neuen Autos kaufen», betont Kok weiters.

Komplette Pakete

Wie beim demonstrierten Umbau von Autos in Hybridfahrzeuge von Fraunhofer-Forschern ist auch das Konzept aus Sunderland zum Umrüsten von Serienfahrzeugen gedacht. Auch für den Vertriebskanal der Wasserstoff-Adaption hat Kok schon Ideen. «Komplette Pakete könnten zur Installation durch Flüssiggas-Umrüster angeboten werden», erklärt der Wissenschaftler.

Die Kosten sollten sich, wenn es zur Serienproduktion kommt, in einem ähnlichen Bereich bewegen wie bei einer Flüssiggas-Umrüstung. Eventuell könnten sie sogar geringer ausfallen, meint Kok. «Ich kann mir vorstellen, dass manche Länder überzeugt werden können, solche Umbauten zu fördern», erklärt der Wissenschaftler.

Umrüstung von ganzer Flotte

Bis der Wasserstoff-Umbau zum Massenprodukt wird, wird es allerdings noch etwas dauern. Der HyPower Nissan Almera wird auf der heute Mittwoch, beginnenden Konferenz Partners4Automotive 2008 offiziell vorgestellt und dann zunächst für Forschungszwecke genutzt. «Das Fahrzeug wird als Prüfstand zur Evaluierung neuer Wasserstoff-Technologien für Fahrzeuge dienen», meint Kok. Speziell sollen Speicher- und Fülltechniken, aber auch verschiedene Wasserstoff-basierte Treibstoffe getestet werden.

HyPower soll aber nicht lange das einzige entsprechend umgebaute Serienfahrzeug bleiben. «Wir streben an, eine Fahrzeugflotte umzurüsten und eine Wasserstoff-Füllstation einzurichten, um unsere Forschung ausweiten zu können», betont Kok abschliessend.

(ht/pte)

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Wasserstoffenergie
Wie Haltrian richtig bemerkte, sind die Uranförderung sowie die gesamte Aufbereitungskette gefolgt vom unseeligen Entsorgungsmarathon exorbitant energieaufwändig. Insbesondere, seitdem die hochkonzentrierten Uranerze kaum noch zu finden sind. Der aus dem Atomstrom gewonnene Wasserstoff ist zwar für unsere Begriffe sehr salonfähig, birgt aber nebst einleitendem Kriterium noch weitere nicht zu vernachlässigende Fragestellungen. Z.B.: welche Auswirkungen hätten Milliarden von H2-betriebene Aggregate? Man stelle sich die Unmenge von Wasserdampf vor, die in die unterste Schicht der Atmosphäre gepumpt würde! Das könnte nicht ohne Folgen bleiben! Die Zukunft muss die direkte Energiebeaufschlagung von Energiewandlungskomponenten mit Elektrizität sein! Die Forschung in adäquate Speicherbehältnisse (Batterien) sind massiv zu verstärken.
ausser man tut es?
nun... das grösste problem ist durchaus, dass wasserstoff erstmal produziert werden muss. diese thematik ist aber eigentlich grundsätzlich auch lösbar, könnte doch grundsätzlich jeder nutzer seinen wasserstoff selber herstellen und dazu die energie auf seinem hausdach produzieren. diese kleinkraftwerke wären nämlich grundsätzlich relativ simpel und der entstehende wasserstoff könnte für viele zwecke genutzt werden. und wenn man als nutzer dann mal durchrechnet, was für kosten einem so durch den öl/diesel/benzinverbrauch anfallen, dann kann sich eine entsprechende investition in die hardware für dieses kleinkraftwerk auch durchaus rechnen!

dass zudem natürlich ein netz an tankstellen aufgebaut werden muss, welche den wasserstoff vertreiben ist klar... wie auch bei anderen neueren antriebsstoffen wie apg (autogas), erdgas, etc etc.

erstaunlich finde ich eigentlich, dass hier eine firma plötzlich findet, dass die herstellung eines wasserstoff-fahrzeugs gar nicht so schwierig sei und sich vor allem sogar standard-modelle in wasserstoff-fahrzeuge umrüsten lassen. wieso wurde dann bis kürzlich noch erklärt, dass die herstellung eines wasserstoff-fahrzeugs erhebliche schwierigkeiten biete und noch beinahe unlösbar sei? finde ich merkwürdig.... war das verhinderungstaktik für nicht-erdöl-motoren und nun hat die autoindustrie langsam angst (generell sinkende absatzzahlen), dass ihnen die felle davonschwimmen? bringt man nun diesen umwelfreundlichen antrieb einfach auf den markt, um auch käufer wie mich wieder abzuholen, welche mit ihrem bestehenden auto einfach weiterfahren, weil sie ganz bestimmt nie mehr ein neues auto kaufen würden mit diesel- oder benzinmotor? gut.... dann wäre dieser konsumverweigerungsstreik ja erfolgreich ;-)))

gut.... einer hat den ersten schritt gemacht..... nun wird sich zeigen, ob die erdöl-lobby diesen ersten funken gleich totzuschlagen vermag und wie schon frühere ähnliche projekte in schubladen verschwinden lässt, oder ob aus diesem ersten funken ein kleines feuer zur fachung eines flächenbrandes entstehen kann.

ich bin gespannt!
Saubere Energie?!?
Wasserstoff ist durchaus ein sauberer Treibstoff. Leider geht aber immer wider vergessen, dass dieser auch produziert werden muss. Die Umwandlung einer anderen Energieform beinhaltet aber leider immer Verluste. Auch wenn dafür der oftmals "sauber" genannte Atomstrom benutzt wird, fallen radioaktive Abfälle an die gelagert werden müssen. Zudem ist die Uranförderung sehr aufwändig und CO2 belastend, ähnlich wie ein neuwertiges Kohlenkraftwerk.
...Nichts gegen die Forschung, aber ein vergleichbarer Ersatztreibstoff für Erdöl werden wir nicht finden können. Vielmehr geht es darum, ein Netzwerk aufzubauen in das wir Strom aus verschiedensten erneubaren Energien einspeisen können. Wenn wir damit genügend Energie erhalten um die aktuelle CO2 Belastung zu vermeiden und es dann auch noch reicht um Wasserstoff für Fahrzeuge zu produzieren, werde ich einer der Ersten sein, der ein Auto mit Wasserstoffantrieb besitzt.
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