Postkunden wählen Klimaprojekt per Internet
publiziert: Freitag, 5. Feb 2010 / 15:48 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 7. Feb 2010 / 22:12 Uhr

Seit einem Jahr können bei der Schweizerischen Post Briefe, Pakete und Güter mit dem «pro clima»-Zuschlag klimaneutral versendet werden. Die CO2-Emissionen der im Jahr 2009 aufgegebenen 55 Millionen «pro clima»-Sendungen werden nun über das von der Weltbank als bestes Umweltprojekt 2009 ausgezeichnete Abfalldeponiegaskraftwerk in der Türkei kompensiert.

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Wegen der günstigen Entwicklung am C02-Markt kann die Post ein Schweizer Projekt berücksichtigen.
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Dies haben 61 Prozent von 2691 Kundinnen und Kunden der Schweizerischen Post in einer Internetwahl entschieden, wie die Post mitteilt.

Wer die CO2-Emissionen kompensieren will, die beim Postversand entstehen, kann dies seit Februar 2009 bei der Schweizerischen Post mit dem «pro clima»-Zuschlag tun. Die Zuschläge investiert die Post in Emissionszertifikate aus einem Klimaschutzprojekt. Dadurch werden die Sendungen klimaneutral.

Seit der Einführung im Februar 2009 hat sich «pro clima» erfreulich entwickelt: Mehr als 55 Millionen Sendungen wurden im ersten Jahr klimaneutral verschickt. Die Post nutzt «pro clima» selber und kompensiert so auch die CO2-Emissionen, die bei der Beförderung ihrer eigenen Korrespondenz entstehen. Aus den klimaneutralen Versänden resultierten «pro clima»-Zuschläge in der Höhe von über 700000 Franken.

Strom aus Abfalldeponiegas in der Türkei

In einer Internetwahl konnten Kundinnen und Kunden der Post nun das Klimaschutzprojekt bestimmen, aus dem die Post Emissionszertifikate im Umfang von rund 12000 Tonnen CO2 kauft. Dieselbe Menge CO2 würde bei der Verbrennung von Heizöl aus 181 Tanklastwagen freigesetzt. Der Entscheid fiel mit 61 Prozent der 2691 Stimmen für ein Abfalldeponiegasprojekt in der Türkei.

In der Mamak-Abfalldeponie in der Provinz Ankara werden Gase gesammelt sowie Bio- und Syngas produziert. Gasturbinen erzeugen daraus Strom. Dazu wurde die Deponie abgedeckt, ein Sickerwasser-Drainagesystem entwickelt und ein Sortier- und Recyclingcenter geschaffen. Die Anlage ergänzt herkömmliche Kraftwerke in der Region und reduziert dank erneuerbarer Energien die Treibhausgasemissionen. In der Abfalldeponie werden rund 200 Mitarbeitende beschäftigt, die für den Betrieb und den Unterhalt der Anlage speziell ausgebildet sind.

Die Anlage ist ein Vorzeigebeispiel für Abfallmanagement in der Türkei und wurde von der Weltbank als bestes Umweltprojekt 2009 ausgezeichnet. Die Betreiber lancierten zusammen mit den lokalen Behörden eine Sensibilisierungskampagne für die lokale Bevölkerung zum Thema Recycling und Abfallmanagement. Das Projekt wäre ohne Zusatzfinanzierung durch den Verkauf von Emissionszertifikaten nicht realisierbar gewesen. Weitere Informationen finden Sie hier

Emissionszertifikate und Projekte in der Schweiz

Die Post investiert die «pro clima»-Zuschläge der Kunden und Kundinnen vollumfänglich in das gewählte «Gold Standard» Klimaschutzprojekt in der Türkei. Auch die Emissionen der posteigenen «pro clima»-Sendungen werden über den Kauf von Emissionszertifikaten aus diesem Projekt kompensiert.

Wegen der günstigen Preisentwicklung auf dem Markt der Emissionszertifikate ist die Post nun aber in der Lage, einen verbleibenden Anteil der Zuschläge aus den posteigenen «pro clima»-Sendungen in ein zusätzliches Klimaschutzprojekt in der Schweiz zu investieren.

Noch keine Schweizer Gold-Standard-Projekte

Die Post verfolgt nach eigenen Angaben eine konsequente Umweltstrategie: Sie reduziert den Energieverbrauch so weit wie möglich und ersetzt Energien aus nicht erneuerbaren Quellen durch erneuerbare Energien. Über das Angebot «pro clima» können Kunden die CO2-Emissionen aus dem verbleibenden Energieverbrauch kompensieren. Dabei unterstützt die Post Klimaprojekte mit dem unabhängig kontrollierten «Gold Standard».

Dieses derzeit höchste Qualitätslabel garantiert, dass die CO2-Reduktionsprojekte zu einer realen Reduktion von Treibhausgasen führen und eine nachhaltige Entwicklung im jeweiligen Land fördern. Bis jetzt gibt es noch keine realisierten Gold-Standard-Projekte in der Schweiz, schreibt die Post weiter.

(ht/pd)

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