Das grüne Gold
Pflanzenabfälle könnten die Kosten von Biotreibstoffen senken
publiziert: Freitag, 14. Aug 2015 / 13:51 Uhr / aktualisiert: Freitag, 14. Aug 2015 / 14:36 Uhr

Lausanne - Die hohen Kosten von Biokraftstoffen könnten mit Hilfe von Pflanzenabfällen reduziert werden. So lassen sich aus den Überresten der Palmölproduktion wertvolle chemische Verbindungen gewinnen, wie eine Studie der ETH Lausanne aufzeigt.

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Derzeit sind Biotreibstoffe zu teuer, um eine nachhaltige und wirtschaftliche Alternative zu fossilen Treibstoffen zu sein, schrieb die ETH Lausanne (EPFL) am Freitag in einer Mitteilung. Eine Lösung wäre es, die Überbleibsel in hochwertige Produkte für die chemische Industrie umzuwandeln.

Die EPFL-Forscher Edgard Gnansounou und Jegannathan Kenthorai Raman beschreiben nun einen Weg dazu. Sie stellten aus Agrarabfällen aus der Palmölproduktion in Brasilien zum einen Bioethanol - also natürlichen Alkohol - her, zum anderen zwei weitere Produkte: das in der Industrie häufig verwendete Furfural und Lignin, das in den Bioraffinerien der Zukunft als fester Brennstoff eingesetzt werden kann.

Früchte der Ölpalmen

Die Früchte der Ölpalme wachsen wie Datteln in Büscheln. Aus diesen wird das Öl gepresst, das für Nahrungsmittel, Kosmetika und zur Herstellung von Biodiesel verwendet wird. Die faserigen Presskuchen werden weggeworfen. Doch aus ihnen liessen sich mindestens 30 verschiedene chemische Verbindungen gewinnen, betonten die Forscher.

Deren Zusammensetzung haben die Forscher nun analysiert und erprobt, wie sich die chemischen Prozesse zu ihrer Umwandlung optimieren lassen. Sie berichten im Fachjournal «Industrial Crops and Products» darüber. Die Daten fliessen in eine Analyse der Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit einer möglichen Bioraffinerie ein.

Rückstände weggeworfen

Derzeit existierten solche Bioraffinerien aber erst auf dem Papier oder als Computermodelle, erklärten die Forscher. Würden darin aber wertvolle Chemikalien hergestellt, könnte dies den Preis von Biokraftstoffen senken. Furfural wird zum Beispiel bei der Herstellung von Fungiziden, Klebern, Geschmacksstoffen und Lösungsmitteln verwendet.

In Zukunft könnte so ein grosser Teil der Agrarabfälle, wie die Hüllen von Reis, Maisstängel, Blätter, Stroh und Grünabfälle in bare Münze verwandelt werden. Alle diese Abfälle sind im Prinzip aus den gleichen Zuckermolekülen aufgebaut und könnten auf ähnliche Weise behandelt werden.

Immer wieder wurde Kritik an Biotreibstoffen laut, weil diese auf den Feldern mit der Lebensmittelproduktion konkurrieren können. Die Forscher glauben jedoch, dass eine zweite Generation von Biotreibstoffen, die einzig auf der Basis von Agrarabfällen oder nicht essbaren Pflanzen basieren, dieses Problem lösen könnte. Gemäss brasilianischen Vorschriften darf zudem für den Palmölanbau kein Land gerodet werden.

(jz/sda)

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