Experte: «Zeit ist reif für Wüstenstrom»
publiziert: Dienstag, 14. Jul 2009 / 11:59 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 14. Jul 2009 / 12:33 Uhr

Berlin/München - Europas Strom soll bald aus der Wüstensonne kommen - zumindest wenn es nach den Entwicklern des Desertec-Projekts in Nordafrika und zwölf Unternehmen geht.

Die Sahara-Länder könnten ihre stillen Reserven nutzen.
Die Sahara-Länder könnten ihre stillen Reserven nutzen.
12 Meldungen im Zusammenhang
«Technologisch sind wir so weit, wir müssen auf nichts mehr warten», sagte der Aufsichtsratsvorsitzende der Desertec Foundation, Gerhard Knies, der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Die Wüsten haben durch ihre geografische Verteilung beste Potenziale für eine globale Stromversorgung.»

Spektakuläre Solarstrom-Anlagen in der Sahara sollen zur Energiewende in Europa beitragen, so die Idee der Organisation. Mehrere Grosskonzerne, darunter auch ABB, wollen das Projekt mit der Gründung einer Initiative voranbringen, was gestern Montag in München besiegelt wurde.

Der dramatisch voranschreitende Klimawandel zwinge Politik und Wirtschaft weltweit zu raschem Handeln, sagte Knies. Grosse Energieversorger hatten zuletzt jedoch Zweifel an der Umsetzung der «Wüstenstrom-Vision» geäussert und so die Erwartungen kräftig gedämpft. «Es melden sich schon die Verlierer, die sich in ihrer Vormachtstellung angegriffen sehen», sagte Knies dazu.

Wüstenkraftwerke arbeiten nachts

Dabei sei die Energiegewinnung über sogenannte Parabolrinnen- Kraftwerke in der Wüste eine «echte Alternative zu grundlastfähigen Energien», erklärte der Physiker. Die Kraftwerke könnten auch nachts arbeiten und liessen sich viel schneller errichten als beispielsweise Atomkraftwerke. Bei diesen müssten neben der weit aufwendigeren Technik schliesslich auch viele Sicherheitsstandards berücksichtigt werden.

Grosses Potenzial für die Wüstenstrom-Technologie sieht Knies auch in den Schwellenländern China und Indien. «Sie haben Zugang zu brauchbaren Wüsten. Damit könnte man das Problem Energieversorgung der Zukunft im globalen Massstab angehen.»

Tunesien und Algerien melden Interesse

Die Kritik, die Investitionen in den Staaten Nordafrikas seien eine moderne Form der Kolonialisierung und Ausbeutung, wies er zurück: «Die Länder würden ihre grosse stille Reserve, nämlich die Wüsten, zu Kraftwerken machen. Es gibt nichts, was man ihnen raubt. Sie können ein Industrieprodukt erzeugen, das sie exportieren könnten.»

Tunesien und Algerien hätten schon Interesse angemeldet, berichtete Knies. Generell müssten die Staaten in Nordafrika selbst entscheiden, ob und in welcher Form sie an dem Projekt teilhaben wollen. «Wer hierzulande sagt, der Strom soll erst einmal nur für Afrikaner sein, der schreibt ihnen ja gerade vor, was sie tun sollen.» Genau das wäre dann der eigentliche Rückfall in koloniales Denken, sagte Knies.

(ht/news.ch mit Agenturen)

Kommentieren Sie jetzt diese greeninvestment.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Rom - Das Projekt war ehrgeizig: In ... mehr lesen
Statt billigen Strom aus der Sahara nach Europa zu leiten, wird heute umgekehrt überschüssiger Strom aus der EU nach Nordafrika exportiert.
Brüssel - Energiekommissar Andris Piebalgs hat am Donnerstag der Eröffnung des ... mehr lesen
Die Fördergelder führten laut EU zu beträchtlichen privaten Investitionen.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Green Investment Tempe/Peking - China plant den Bau des weltgrössten Sonnenkraftwerkes. In der mongolischen Wüste soll bis 2019 ein gigantischer Park aus Sonnenzellen entstehen, die mit 2 Gigawatt soviel Strom erzeugen wie etwa zwei Atomkraftwerke zusammen. mehr lesen  14
Green Investment München - Europa soll 15 Prozent seines Stroms in den Wüsten Afrikas und des ... mehr lesen
In Zukunft sollen den Plänen zufolge 15 Prozent des europäischen Strombedarfs durch Strom aus Solarkraftwerken in den Wüstenregionen gedeckt werden.
Green Investment Giessen - Solarthermische Kraftwerke in der Sahara könnten in Zukunft in der ... mehr lesen
Sechs Stunden Wüstensonne könnten den Weltenergiebedarf eines Jahres decken.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Christian Bauer (links) und Romain Sacchi sind Teil des Teams am PSI, das den «Carculator» entwickelt hat - ein Webtool, mit dem sich die Umweltauswirkungen von verschiedenen Personenwagen detailliert vergleichen lassen.
Christian Bauer (links) und Romain ...
Paul Scherrer Institut präsentiert den Carculator  Villigen - Entscheidungshilfe beim Autokauf: Forschende des Paul Scherrer Instituts haben ein Webtool namens «Carculator» entwickelt, mit dem sich detailliert die ökologische Bilanz von Personenwagen vergleichen lässt. Das Programm ermittelt die Ökobilanz von Fahrzeugen mit unterschiedlichen Antriebsarten und stellt sie in Vergleichsgrafiken dar. Dabei wird der gesamte Lebenszyklus der Personenwagen bedacht, darunter also die Herstellung der Fahrzeuge sowie die umweltrelevanten Emissionen beim Fahren. mehr lesen 
Solarmodule: Forscher wollen defektfreie Zellen.
Höhere Effizienz als Hauptziel  Schon minimale Defekte von Perowskit-Kristallstrukturen können die Umwandlung von Licht in ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    grüezi Wie lasterhaft Mitleid mitunter sein kann, beweisen Sie doch gerade ... Mo, 26.12.16 20:05
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Vom Tode träumt ein negrophiles Schäfchen doch ständig. Wenn tausende Frauen in England ... Mi, 28.09.16 11:58
  • HentaiKamen aus Volketswil 1
    Kommt wieder Aber leider eine RIESEN Verlust für Leser wie mich die nicht mit dem ... Sa, 13.08.16 01:13
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    sogar nach dem Tode hat die Kassandra noch die grösste Schnauze... jaja, diese ... Fr, 12.08.16 16:30
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wow, wie hat sich die gute Kubra gemausert! Ich danke auch Ihnen ganz persönlich für die vielen harten und ... Mi, 20.07.16 20:25
  • Pacino aus Brittnau 731
    Übrigens, wusstet ihr schon . . . . . . dass die Foren von AZ (Wanner), 20min. und Schweizer Fernsehen ... Mi, 29.06.16 15:20
  • PMPMPM aus Wilen SZ 235
    Und jetzt? Ist noch online...? Liebes news-Team, schade ist die Situation so, dass etwas aufhören ... Di, 28.06.16 22:43
  • kubra aus Berlin 3232
    Danke für die gelebte Pressefreiheit. Damit mein ich durchaus auch den ... Di, 28.06.16 16:09
 
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
22.05.2020
22.05.2020
22.05.2020
22.05.2020
KELEDY KLD Logo
22.05.2020
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 7°C 20°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Basel 8°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
St. Gallen 7°C 18°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Bern 7°C 20°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Luzern 8°C 20°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Genf 10°C 22°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Lugano 14°C 25°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten